Wo Berge und Täler wechseln

von Regula Nebiker

"Das Oberbaselbiet" als geografische Bezeichnung ist gar noch nicht so alt. Grob besteht es aus den Bezirken Liestal, Sissach und Waldenburg des Kantons Basel-Landschaft. Manche Leute ziehen die Grenze zwischen Unter- und Oberbaselbiet bei der "Hülftenschanz" – dem Ort, wo 1833 die Baselbieter Truppen die Basler während den Wirren der Kantonstrennung entscheidend schlugen. Mittlerweile ist die "Hülftenschanz" ein vielbenutzter Begriff, etwa wenn mal bei einer Volksabstimmung das Oberbaselbiet ganz anders gestimmt hat als das Unterbaselbiet oder der Landkanton anders als der Stadtkanton. Auch im Zusammenhang mit der Kantonsfusions-Initiative taucht[e] der Begriff wieder auf. Aber wo genau die Hülftenschanz lag, das wissen die wenigsten.

Dass die Gebiete um Basel, die topografisch höher lagen als die Stadt, als "obere" bezeichnet wurden, gilt schon lange. Wie die Baselbieter Staatsarchivarin Regula Nebiker erklärt, ist in den Quellen des Ancien Régime oft von den "oberen Ämtern" die Rede, womit vor allem die Gemeinden der beiden Frenkentäler und oberhalb von Sissach gemeint waren. Der Begriff "Ober-Baselbiet" sei aber eher jüngeren Datums, so Nebiker. Er habe sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Wiedervereinigungsfrage etabliert. "Er entstand aus der Umgangssprache – genauso wie 'Baselbiet' für 'Basel-Landschaft'", vermutet die Staatsarchivarin.

Regula Nebiker kennt das Oberbaselbiet nicht nur aus alten Dokumenten, Illustrationen und Landkarten, sie sieht sich selber als eine Oberbaselbieterin: "Oberbaselbiet ist für mich die Landschaft des Plateaujuras, über der Nebelgrenze, hinten die Hügel des Faltenjuras und vorne Blick auf Europa mit Vogesen, Rheinebene und Schwarzwald, alles rund 500 Meter über Meer".

Aus: Regio aktuell. Das grösste Magazin der Nordwestschweiz, 1-2014, Seite 63, 65 (9. Januar 2014)

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