Telebasel - 16. Februar 2018

Die Stadt Liestal will Alkoholmissbrauch von Jugendlichen an der Fasnacht weiter eindämmen. Die Bändeli-Aktion vom letzten Jahr stoppt sie aber.

An der letzten Fasnacht wollte die Stadt Liestal den Alkoholkonsum von Jugendlichen an der Fasnacht einschränken. Auslöser war das schlechte Abschneiden bei den Alkohol-Testkäufen an der Fasnacht 2016. In jenem Jahr hätten minderjährige Testkäufer sämtliche Cliquen-Keller, Beizen und Verpflegungsstände an der Fasnacht abgeklappert und Spirituosen bestellt. Das ernüchternde Ergebnis: 34 Tests – alle Verkäufer fielen durch.

Dennoch bleibt die Bändeli-Aktion eine einmalige Sache. Laut der Liestaler Stadtverwaltung sei die Kosten-Nutzenbilanz der Bändeli schlecht. Telebasel berichtete letzten März, dass gerade mal 270 Jugendliche einen Bändel am Stand des Kinder- und Jugendwerks des Blauen Kreuzes abholten. Dennoch sei die Aktion hilfreich gewesen – nämlich Jugendliche vor übermässigem Alkoholkonsum zu schützen.

Auch wenn keine Bändeli mehr zum Einsatz kommen werden – die Zügel werden nicht schleifen gelassen. Für die kommende Fasnacht seien alle Getränke-Verkäufer noch einmal sensibilisiert worden – auch die schwarzen Schafe. Halten sie sich nicht an die Regeln, droht ihnen der Entzug der Bewilligung. "Es wird darum erneut Testkäufe geben, um zu kontrollieren, ob sich die Getränkebuden an die Altersbeschränkung halten", sagt die zuständige SP-Stadträtin Regula Nebiker.

Auf Anfrage ist die Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendwerks des Blauen Kreuzes enttäuscht über das Verschwinden der Bändel: "Es ist ein bewährtes Mittel. In Bern etwa machen Jugendschützer immer positive Erfahrungen damit", sagt Sonja Niederhauser.

Beitrag von Adrian Jaeggi, 16.02.2018

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