Probleme lösen, nicht bewirtschaften

Am 1. Juli habe ich in meiner Zuständigkeit als Stadträtin vom Bereich Betriebe zum Bereich Sicherheit und Soziales gewechselt. Die Sommerwochen habe ich damit verbracht, mich in meinen neuen Aufgabenbereich einzuarbeiten. Es gab – und gibt noch – vieles zu entdecken und zu vertiefen.

Mein bisheriger Aufgabenbereich befasste sich mit dem Erscheinungsbild unserer Stadt, sorgte für eine zuverlässige Wasserversorgung und eine zweckmässige Abfallentsorgung. Das sind wichtige Rahmenbedingungen für Bevölkerung und Wirtschaft in unserer Stadt.

Auch in meinem neuen Bereich geht es um Rahmenbedingungen. Wer in Liestal lebt, soll sich zu Hause fühlen und darf sich darauf verlassen, dass Hilfe da ist, wenn sie nötig wird. Im Bereich Sicherheit und Soziales geht es um das tägliche Leben in allen Facetten und Lebenslagen. Hier spürt man die grossen Herausforderungen unserer Zeit ganz konkret.

Wir müssen zum Beispiel sinnvolle Formen finden, wie man der zunehmenden Alterung unserer Bevölkerung Rechnung tragen kann, ohne dass die jüngeren Generationen übermässig belastet werden. Menschen, die keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben, sollen keine Existenzangst haben müssen. Jugendliche aus armen Verhältnissen sollen Wege aus der Armutsspirale erhalten und beim Eintritt ins Erwerbsalter unterstützt werden. Menschen, die aus dem Ausland gekommen sind und bei uns eine Bleibe gefunden haben, sollen einen Platz in unserer Gesellschaft finden, so dass sie für sich selber sorgen können. Wir alle möchten uns frei bewegen können. Wir wollen weder von rücksichtlosen Verkehrsteilnemern noch vor unheimlichen Gestalten im Dunkeln Angst haben müssen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man schnell einmal nur von Problemen spricht und nicht selten läuft man dann Gefahr, die negativen Aspekte viel stärker zu gewichten als sie es verdienen. Das ist leider oft gefundenes Fressen für Kreise, die gerne Unruhe stiften und die die Angst der Leute für ihre eigenen politischen Zwecke missbrauchen. Natürlich soll man Probleme beim Namen nennen, sonst kann man sie nicht lösen. Panikmache und Übertreibungen sind jedoch immer schlechte Ratgeber.

Wir sind in der Schweiz zu Recht stolz auf unsere gute Organisation und Sachkompetenz. Das erlebe ich in meinem neuen Departement hautnah – bei der Feuerwehr, bei der Sozialhilfe, im Asylwesen, in der Gesundheitsversorgung für Jung und Alt und durchaus auch beim täglichen Bussen- und Bewilligungswesen, das ebenfalls zuverlässig und ordnungsgemäss in aller Selbstverständlichkeit funktioniert.

Natürlich gibt es Herausforderungen und Konflikte, wenn so viele unterschiedliche Menschen zusammen leben. Bei uns läuft es aber nicht so schnell aus dem Ruder – darauf dürfen wir uns verlassen und dieser Tatsache verdanken wir unsere hohe Lebensqualität. Darum sind die meisten von uns gerne in Liestal zuhause. Es ist mir eine grosse Ehre, dass ich hier mitwirken darf.

Regula Nebiker,
Stadträtin, Vorsteherin Departement Sicherheit und Soziales

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