Im Dialog mit den Frenkentälern – gemeinsam in die Zukunft!

Seit rund einem Jahr befindet sich Liestal zusammen mit den Gemeinden aus den beiden Frenkentälern im Testplanungsprozess „Zukunft Frenkentäler“. Die Initiative kam ursprünglich aus dem hinteren Frenkental. Inzwischen dehnt sich der Perimeter vom vorderen Frenkental bis nach Nuglar aus, wobei zu unterscheiden ist zwischen einem „harten Kern“ von Gemeinden, die sich konkret am Projekt beteiligen, und solchen, die den Prozess im Beobachterstatus verfolgen. Ich darf die Stadt Liestal im politischen Steuerungsausschuss vertreten.

Diese Testplanung hat exemplarischen Charakter und soll die Möglichkeiten der regionalen Zusammenarbeit ausloten. Darum wird sie auch vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) finanziell mitgetragen. Auch der Kanton, der die Regionalisierung vorantreiben möchte, beobachtet dieses Projekt mit grossem Interesse. Aus der Testplanung sollen konkrete Vorschläge für eine regionale Entwicklung hervorgehen. Dabei wird ganz bewusst eine Aussensicht eingeholt.

Drei unabhängige Planungsteams mit unterschiedlichen Schwerpunkten befassen sich intensiv mit der Region. Dieser Planungsprozess ist mit einem letzten Workshop am 29. Februar zu einem Ende gekommen. Die Resultate werden nun ausgewertet und in den nächsten Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wir Gemeindevertreter erleben diese Planung aus der Sicht von „Eingeborenen“. Wir sind aber auch diejenigen, die Konsequenzen aus dem Prozess einmal umsetzen und eine neue „regionale Identität“ schaffen müssen – und dies auch noch nach den Gemeindewahlen. Ich spreche wohl für alle Kollegen im politischen Begleitgremium, wenn ich darin den grössten Gewinn sehe. Ich erlebe unsere gemeinsamen Sitzungen als enorme Bereicherung mit vielen Aha-Erlebnissen.

So stellen wir fest, dass die Bevölkerung der Region längst sehr viel vernetzter lebt, als den meisten bewusst ist. Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner aus den Frenkentälern sind zum Beispiel fast täglich in Liestal – sie beleben unsere Stadt genauso wie die Ansässigen selbst. Ich selber interessiere mich jetzt viel mehr für die Erneuerung des Dorfplatzes von Reigoldswil und auch die Gewerbezone von Bubendorf sehe ich nicht mehr einfach nur als Konkurrenz, sondern als Teil des gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraums. Und natürlich darf uns unsere tolle Juralandschaft nicht kalt lassen – die ist unvergleichlich!

So selbstverständlich, wie sich unsere Bevölkerung in diesem Raum bewegt, müssen auch die Behörden denken. Wir müssen die gemeinsamen Stärken – aber auch Schwächen – aus einem gemeinsamen Blickwinkel heraus betrachten. Die Testplanung kann nur ein Anfang sein. Gemeinsam kommen wir weiter!

Regula Nebiker
Stadträtin, Vorsteherin Departement Betriebe

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