Hallo Velo!

Das Velo ist das einfachste, günstigste, umweltfreundlichste, gesündeste und effizienteste Fortbewegungsmittel im Kurzstreckenbereich. In diesem Sommer haben sehr viele Leute das Velo wiederentdeckt. Bei diesem Wetter gibt es nichts Schöneres als morgens früh, mit dem Velo an die Arbeit zu radeln und abends in gemächlicherem Tempo wieder zurück zu gondeln. Viele nutzen das Rennvelo um im Freien etwas für die Fitness zu tun. Seit den E-bikes ist auch der Haupthinderungsgrund fürs Velofahren in unserer Region – nämlich unsere hügelige Juralandschaft – dahin gefallen.

Für viele von uns ist das Velo zum täglichen Begleiter geworden – auch für mich. Die Leute sprechen mich sogar darauf an, wenn ich einmal ohne Drahtesel unterwegs bin. Habe ich einmal einen platten Reifen, dann ist mein Alltag nachhaltig gestört. Ich komme überall zu spät und ich vermisse meine Satteltaschen, in die ich bequem alle Einkäufe verstauen und nach Hause rollen kann. Schleppen mag ich nämlich überhaupt nicht.

Die Beliebtheit des Velos ist eine sehr gute Sache – es ist gesund, nachhaltig und es hilft dabei, unsere Strassen zu entlasten. Das ist vor allem im Innerortsbereich ein Segen. Jedes Velo mehr bedeutet ein Auto weniger auf unseren Strassen. Ganz zu schweigen vom benötigten Parkraum – Velos brauchen schlicht und einfach viel weniger Platz. Darum tut die Stadt Liestal gut daran, eine grosszügige Velostation und gute neue Radwege zum neuen Bahnhof zu bauen. Das gibt Luft auf unseren Strassen und nützt letztlich allen.

Velofahren können wir alle seit wir in den Kindergarten gegangen sind. Alle Kinder werden in den Schulen in die Verkehrsregeln und das sichere Fahren mit Velos im Strassenverkehr – mit Helm - eingeführt. Das gehört dazu wie Schwimmunterricht. Velos sind in der Regel viel weniger gefährlich auch für Fussgänger – solange sie ihre Fahrweise anpassen. Dies ist leider nicht immer so. In der Rathausstrasse kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Velofahrer ihre Geschwindigkeit nicht den Gegebenheiten der Fussgängerzone anpassen. Gerade E-bikes flitzen oft mit unverhältnismässiger Geschwindigkeit durchs Törli und durch die Rathausstrasse an den Strassenrestaurants vorbei. Hier fehlt es schlicht und einfach an Rücksichtnahme und Anstand.

Wir alle freuen uns über die Belebung, die in der Rathausstrasse Einzug gehalten hat. Velos sind auch hier weiterhin willkommen. Man soll in die schöne Altstadt hinein fahren und seinen Einkauf im Stedtli erledigen dürfen. Dabei gelten aber Regeln: in der Begegnungszone und noch viel mehr in der Fussgängerzone der Rathausstrasse gilt das Recht des Schwächeren. Im Zentrum von Liestal haben grundsätzlich die Fussgänger den Vorrang.

Hier sollen sich Alt und Jung gefahrlos bewegen können, Kinder sollen spielen dürfen und zwar ohne Angst, dass sie von einem Velo angefahren werden. Von den Velos wird erwartet, dass sie ihre Geschwindigkeit anpassen. Wenn sehr viele Menschen auf der Strasse sind, wie zum Beispiel am Samstagmorgen am Genussmarkt, muss man halt absteigen und das Velo schieben. Das ist zumutbar. Für alle, die es pressant haben, gibt es genug schnelle Umfahrungsmöglichkeiten um unsere Altstadt herum.

Rücksichtnahme im Veloverkehr wird in den nächsten Wochen gezielt zum Thema gemacht. Diese Aktionen richten sich für einmal nicht speziell an die Jungen. Es geht um eine Sensibilisierung von allen Velofahrerinnen und Velofahrern. Wir werden uns auch erlauben, besonders schnelle Velos anzuhalten und auf ihr unangepasstes Tempo anzusprechen. Hallo Velo - halten Sie sich an die Verkehrsregeln!

Regula Nebiker
Stadträtin, Vorsteherin Departement
Sicherheit und Soziales

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