Genussmarkt. Liestal wird um eine Attraktion reicher

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Interview mit Thomas Bretscher* und Regula Nebiker**

Ab dem 21. April findet in der Rathausstrasse jeden Samstag von 8 bis 13 Uhr der Genussmarkt statt. Liestal ist ein Marktflecken. Märkte bringen Leute in die Stadt. Liestals Märkte sollen grösser, schöner und besser werden. Neues Flagschiff der Liestaler Märkte wird der wöchentliche Genussmarkt mit regionalen Produkten.

Warum soll eigentlich in Liestal ein neuer Markt ins Leben gerufen?

Thomas Bretscher: Der Genussmarkt Liestal weckt die Sinne – etwas was im Online-Handel nicht möglich ist. Er wird ein beliebter, samstäglicher Treffpunkt mit qualitativ hochstehenden Produkten und einer gelebten Gastfreundschaft werden. Der Markt ist ein Ort der Begegnung und gleichzeitig ein Schaufenster für andere Branchen und er sensibilisiert die Konsumenten für regionale Produkte.

Was wird am Genussmarkt verkauft?

Regula Nebiker: Verkauft werden Produkte aus der lokalen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (Umkreis von 30 km). Saisonales Obst in allen Sorten direkt vom Baum, saisonales Gemüse und Blumen frisch geschnitten, Wurstwaren und Käse, fein duftende Brot- und Backwaren, Spezialitäten als Geschenkideen, erlesene Weine und Spirituosen sowie weitere lokale Köstlichkeiten.

Gibt es ausschliesslich Produkte aus Baselland oder auch anderes?

Regula Nebiker: Wer bereits seit mindestens 2 Jahren am bestehenden Samstagmarkt mitgemacht hat, darf weiterhin seine Produkte anbieten, auch wenn sie nicht nur lokal sind.

Besteht nicht die Gefahr, dass die lokalen Geschäfte konkurrenziert werden?

Thomas Bretscher: Der Genussmarkt Liestal wird zusätzliche Frequenzen ins Stedtli bringen und es ist Aufgabe jedes einzelnen Unternehmers, diese Frequenzen für sich zu nutzen. Dazu kommt, dass das lokale Gewerbe die Möglichkeit hat, am Genussmarkt aktiv dabei zu sein und ebenfalls einen Stand zu betreiben.

Regula Nebiker: Der Genussmarkt bietet ausschliesslich saisonale und regionale Produkte an. Die Kunden werden die zusätzlich benötigten Lebensmittel und Produkte in den umliegenden Läden kaufen. Das ist komplementär, umso mehr, wenn diese Produkte qualitativ besonders hochstehend sind.

Ist die Einschränkung auf Produkte aus einem Umkreis von 30 km nicht etwas gar rigoros?

Thomas Bretscher: Die 30 Kilometer bilden eine klare Identität und zeigen dem Konsumenten eine Verbindlichkeit und Transparenz. Die Gespräche mit den Produzenten zeigen, dass es möglich sein wird, den Markt 12 Monate zu betreiben. Wir haben bereits über 20 interessierte Anbieter, die bereit sind, ein ganzes Jahr mitzumachen. Wir nehmen Einfluss auf die Sortimente und steuern diese im Interesse der Vielseitigkeit. Das Angebot muss der Frische, der Regionalität und der Nachfrage gerecht werden. Es liegt aber auch in der Verantwortung des Marktchefs, Sortimentslücken falls überhaupt nötig zu überbrücken.

Warum sollen Kunden an den Genussmarkt nach Liestal kommen und nicht gleich weiter nach Lörrach fahren?

Thomas Bretscher: Ein Markt ist "sehen und gesehen werden"! Nachhaltigkeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es ist deshalb wichtig, dass wir bei der Sortimentsgestaltung sicherstellen, dass keine Sortimentslücken vorhanden sind, welche den Weg nach Lörrach begünstigen.

Wie wird der Genussmarkt organisiert, wer ist verantwortlich?

Thomas Bretscher: Grosses Gewicht wird ein professionelles Marketing erhalten. Neue Technologien sollen gezielt genutzt werden. Nebst Webangeboten und Social Media sind auch elektronische Zahlungsmöglichkeiten, online Bestellungen, Lieferservice etc. angedacht.

Regula Nebiker: Für die Durchführung des Markts verantwortlich ist ein (noch zu gründender) Trägerverein. Er erhält einen Auftrag der Stadt Liestal und stellt den Marktchef an. Der Markt soll sich nach einer Anschubphase aus den Erlösen der Standgebühren aber auch aus Drittmitteln selber finanzieren.

* Thomas Bretscher, ist ein ausgewiesener Kenner des Detailhandels und hat von der Stadt einen Auftrag zur Stadtentwicklung. Er leitet die breit zusammengesetzte AG Genussmarkt.

** Mitglied dieser AG ist auch Regula Nebiker, Stadträtin und Vorsteherin der Departements Sicherheit und Soziales.

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