Schweizerische Jugendparlamentskonferenz 2014 in Liestal (JPK) / Conférence des Parlements de Jeunes (CPJ)

Chères et chers jeunes de toute la Suisse – Liebe junge Menschen aus der ganzen Schweiz,

Im Namen des Stadtrats von Liestal begrüsse ich Euch ganz herzlich bei uns in unserer Kantonshauptstadt!

Je me réjouis de vous saluer au nom du Conseil de la ville de Liestal dans notre capitale cantonale. Je me permets de vous saluer qu’en deux langues - parce que je sais de mon collègue de Laufon, qu’il va vous adresser en toutes les quatres langues de notre pays – il est plus doué que moi pour cela.

Moi, je vous félicite pour votre slogan (géniale diversité). Vous allez certainement trouver de diversité ces jours! Pour la génialité vous devez peut-être chercher un peu plus loin – mais il y en a – comme partout.

Liestal se trouve dans une transformation d’un village (Stedtli) en ville (Stadt). Cette transformation n’est pas unique à Liestal, elle a lieu partout dans notre région. Au cours de votre program vous traverserez notre canton dans toutes ses dimensions – et vous allez voir un paysage typique de la Suisse, plein de diversité. Nous – dans le Nord de la Suisse - ne sommes pas si différents du reste du pays.

Liestal est le lieu de naissance du seul porteur du prix nobel de littérature de la Suisse, de Carl Spitteler. Nous sommes fièrs de lui. Il a reçu ce prix en 1920. Son oeuvre n’est plus très connue.

Le plus connu c’est son discours qu’il a tenu en décembre 1914 à Zurich (il y a 100 ans précis) sous le titre: "Unser Schweizer Standpunkt". Ce discours est toujours actuel. Il y déplore surtout que les Suisses allemands et les Romands ne se comprennent plus depuis du déclenchement de la première guerre mondiale.

Je vais continuer en allemand maintenant:

Liestal ist der Geburtsort von Karl Spitteler. Er ist der einzige Schweizer, der bisher den Literaturnobelpreis erhalten hat. Darauf sind wir natürlich sehr stolz. Er erhielt diesen Preis im Jahr 1920. Sein berühmtester Text ist eine Rede, die er vor genau 100 Jahren – im Dezember 1914 - in Zürich hielt: "Unser Schweizer Standpunkt". Diese Rede ist noch immer lesenswert und erstaunlich aktuell.

Carl Spitteler beklagt den Nationalismus, die Kriegs-Rhethorik, die Gehässigkeit und die Gefühlskälte gegenüber menschlichem Elend. Es störte ihn, dass diese Polemik nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs (1914-1918) auch in der Schweiz um sich gegriffen hatte – obwohl unser Land selber ja gar nicht beteiligt war. Besonders machte er sich Sorgen, weil er eine Entfremdung zwischen der Deutschschweiz und der Romandie feststellte – er rief auf zur Zusammengehörigkeit.

Ich möchte den Schluss seiner Rede hier gerne zitieren:

„Nun wohl: eine Ausnahmegunst des Schicksals hat uns gestattet, bei dem fürchterlichen Trauerspiel, das sich gegenwärtig in Europa abwickelt, im Zuschauerraum zu sitzen. Auf der Szene herrscht die Trauer, hinter der Szene der Mord. Wohin Sie mit dem Herzen horchen, sei es nach links, sei es nach rechts, hören Sie den Jammer schluchzen, und die jammernden Schluchzer tönen in allen Nationen gleich, da gibt es keinen Unterschied der Sprache. Wohlan, füllen wir angesichts dieser Unsumme von internationalem Leid unsere Herzen mit schweigender Ergriffenheit und unsere Seelen mit Andacht, und vor allem nehmen wir den Hut ab. – Dann stehen wir auf dem richtigen neutralen, dem Schweizer Standpunkt“ (Carl Spitteler).

Diese Worte von Spitteler treffen auch heute immer noch ganz klar zu. Noch immer herrscht in vielen Teilen der Erde Krieg und Elend. Noch immer leiden Menschen auf dieser Welt, ohne dass sie etwas dafür können. Das darf uns nicht unberührt lassen. Horchen wir mit dem Herzen, bleiben wir menschlich und lassen wir uns nicht von Egoismus und Polemik ins Bockshorn jagen, wenn es darum geht, anständig umzugehen mit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns!

Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Konferenz, viel Spass und Inspiration sowie viele gute Begegnungen mit jungen Menschen aus anderen Regionen unseres Landes.

Je vous souhaite une Conférence fructueuse et inspirée, pleine de diversité et génialité, pleine de plaisir, avec beaucoup de nouveaux contacts avec les jeunes des autres régions de notre pays.

Liestal, 31.10.2014,
Regula Nebiker,
Stadträtin Liestal

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