Ansprache an der Brevetierungsfeier 2016 der Stützpunktfeuerwehr Liestal und der Feuerwehr Oris, 19. November 2016

Logo Stützpunkt Feuerwehr Liestal, 2016

Werkhaus EBL, Mühlemattstrasse 6, Liestal

Liebe Gäste – ich schliesse mich der Begrüssung unseres Kommandanten an und werde nun nicht noch einmal eine Aufzählung machen.

Es ist mir aber ein besonderes Bedürfnis, unsere Gäste und Kollegen der Feuerwehr Oris und meinen Kollegen im Amt als Löschvorsteher, Rolf Sommer aus Lupsingen, zu begrüssen. Es ist eine Freude, mitzuerleben, wie sich hier ganz ohne Aufsehen eine enge Zusammenarbeit entwickelt hat. Unsere gemeinsame Feier heute Abend ist der lebendige Beweis dafür, wie gut das bereits funktioniert.

Meine Amtszeit als Löschvorsteherin ist noch nicht sehr lang. Ich kann Euch aber sagen: die Feuerwehr Liestal ist eine der spannendsten und interessantesten Organisationen, die ich angetroffen habe. Ich möchte gerne ein paar Punkte nennen:

1) Professionalität trotz Milizsystem: Dies ist bei einer Stützpunktfeuerwehr, wie der unseren, die Einsätze in der ganzen Region hat, keine Selbstverständlichkeit sondern für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Unsere Feuerwehr hat einen hervorragenden Ruf, sie ist sehr leistungsfähig und kann durchaus einem Vergleich mit einer Berufsfeuerwehr standhalten.

2) Kameradschaft und Teamgeist: das erlebt Ihr bei den Übungen und Einsätzen. Ich selber erlebe das als Mitglied der Feuerwehrkommission. Mir gefallen der Geist der hier herrscht, und die Art, wie sich die Mitglieder in die Diskussion einbringen. Besonders gut erlebt habe ich dies bei der Rekrutierung. Teamgeist kommt nicht von selbst, so etwas muss man aufbauen und pflegen – und das ist nicht zuletzt das Resultat einer guten Führungskultur. Gerade daran misst man die Qualität eines Kaders – und das seid Ihr!

3) Offenheit für Neues: am schönsten sieht man dies bei uns wohl an der Rolle der Frauen. Das sind beileibe keine Alibi-Frauen und natürlich freut mich das persönlich ganz besonders.

Eine weitere Offenheit ist aber auch die Bereitschaft, neue Herausforderungen anzupacken. Ich meine damit insbesondere die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, sei es mit dem Zivilschutz aber auch mit anderen Feuerwehren. So wie dies im Projekt Florian zurzeit angedacht wird. Ich habe festgestellt, dass es bei uns keine Tabuthemen gibt und dass man Sachen diskutieren kann, welche an anderen Orten sofort für rote Köpfe sorgen.

Auch eine Feuerwehr muss mit der Zeit gehen. Nicht nur die Geräte müssen den neuesten technischen Stand erfüllen. Unsere Organisation muss ebenfalls den hohen Anforderungen eines so anspruchsvollen Einsatzgebiets genügen.

Die Feuerwehren Liestal und Oris werden getragen von Freiwilligen, die neben ihrem Beruf bereit sind, Einsätze zu leisten. Dies ist gerade bei einer Stützpunktfeuerwehr, mit Einsätzen in der ganzen Region, eine besondere Herausforderung. Ihr alle wisst, was das bedeutet für das Privatleben und den Beruf!

Wir alle wissen auch, dass das Milizsystem an seine Grenzen stösst und dass sich hier einiges ändern wird und muss. Ich persönlich bin jedoch überzeugt, dass das Milizsystem immer ein ganz starkes Standbein bleiben wird – es ist schlicht und ergreifend die effizienteste Art, eine flächendeckende Sicherheit zu gewährleisten und zwar während 24 Stunden an Sieben Tagen. Ich weiss, dass ich damit auf einer Linie bin mit „meiner“ Feuerwehr und ihrem Kommandanten und ich werde mich meinerseits dafür einsetzen.

Mein Bekenntnis zum Milizsystem darf man durchaus auch symbolisch verstehen: es ist Ausdruck der Zusammengehörigkeit einer Gemeinschaft. Wir sorgen für einander und wir sind in der Lage, uns selber zu helfen. Eine Brevetierungsfeier ist ein wichtiger Anlass in diesem Zusammenhang, die Brevetierung ist ebenfalls eine Art Erneuerung und Bestätigung des Schutzauftrags der Feuerwehr.

Im Namen der Bevölkerung der ganzen Region möchte ich Ihnen allen ganz herzlich danken für Ihren Einsatz, den Sie bereit sind zum Schutz der Bevölkerung unserer Region zu leisten – wir verlassen uns auf Sie!

Liestal, 19.11.2016,
Regula Nebiker,
Stadträtin Liestal, Vorsteherin Bereich Sicherheit/Soziales

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