Ansprache an der Brevetierungsfeier 2017 der Stützpunktfeuerwehr Liestal und der Feuerwehr Oris, 18. November 2017

Logo Stützpunkt Feuerwehr Liestal, 2017

Werkhaus EBL, Mühlemattstrasse 6, Liestal

Liebe Gäste – ich schliesse mich der Begrüssung unseres Kommandanten an und werde nicht noch einmal eine Aufzählung machen. Es ist mir aber ein besonderes Bedürfnis, unsere Gäste und Kollegen aus Lupsingen und Seltisberg zu begrüssen. Für uns drei Gemeinden beginnt nun eine neue Ära mit der Zusammenführung unserer Feuerwehren.

Wir erleben alle im Moment, wie sich hier ganz ohne Aufsehen eine enge Zusammenarbeit entwickelt. Das findet statt bei Euch, der Mannschaft – aber auch bei uns Behördenmitgliedern. Wir haben uns im vergangenen Jahr immer besser kennen gelernt. Wir sind oft zusammen gekommen und wir haben viel und offen diskutiert. Ich meine, es sind echte freundschaftliche Beziehungen entstanden – solche, die auch etwas aushalten können. Unsere gemeinsame Feier heute Abend ist der lebendige Beweis dafür, wie gut das bereits funktioniert.

Unsere Feuerwehr ist eine der spannendsten und interessantesten Organisationen, die ich angetroffen habe. Wir haben grosse Stärken, denen wir Sorge geben müssen und die wir nur behalten können, wenn wir uns ständig weiter entwickeln.

Professionalität trotz Milizsystem: Dies ist bei einer Stützpunktfeuerwehr, wie der unseren, die Einsätze in der ganzen Region hat, keine Selbstverständlichkeit sondern für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Unsere Feuerwehr hat einen hervorragenden Ruf, sie ist sehr leistungsfähig und kann durchaus einem Vergleich mit einer Berufsfeuerwehr standhalten.

Wir haben eine tolle Kameradschaft und einen guten Teamgeist: das erlebt Ihr bei den Übungen und Einsätzen. Ich selber erlebe das als Mitglied der Feuerwehrkommission. Mir gefällt der Geist der hier herrscht und die Art, wie sich die Mitglieder in die Diskussion einbringen. Am schönsten sieht man dies bei uns wohl an der Rolle der Frauen. Das sind nun wirklich keine Alibi-Frauen und das freut mich persönlich ganz besonders.

Teamgeist kommt nicht von selbst, so etwas muss man aufbauen und pflegen – und das ist nicht zuletzt das Resultat von einer guten Führungskultur. Das ist auch der Boden für die Zusammenführung unserer Mannschaften. Dafür haben wir gute Voraussetzungen. Ich verlasse mich auf Euch!

Eine Feuerwehr muss immer mit der Zeit gehen. Aber nicht nur technisch: auch die Organisation muss den hohen Anforderungen eines so anspruchsvollen Einsatzgebiets genügen. Ich treffe bei uns auch auf eine grundsätzliche Offenheit. Zum Beispiel im Projekt Florian, das immer konkreter wird und im Lauf des nächsten Jahres in den Gemeinden zur Abstimmung kommt. Das Projekt Florian wird noch ein Jahr dauern. Ihr aber seid die ersten, die in diesem Sinn zusammenarbeiten werden. Ich bin überzeugt, dass dies eine grosse Chance ist – die auch ihre positive Auswirkung auf das Projekt haben wird.

Wir alle wissen, dass das Milizsystem – insbesondere beim Tagespikett - an seine Grenzen stösst. Ich persönlich bin jedoch überzeugt, dass das Milizsystem schlicht und ergreifend die effizienteste Art ist, eine flächendeckende Sicherheit zu gewährleisten und zwar während 24 Stunden an sieben Tagen. Mit dem Projekt Florian wollen wir dieses Milizsystem am Leben erhalten aber den neuen Realitäten anpassen. „Etwas anderes können wir uns gar nicht leisten“ (Zitat Werner Stampfli).

Das Milizsystem hat für mich auch eine grundsätzliche Bedeutung: es ist nämlich Ausdruck der Zusammengehörigkeit einer Gemeinschaft. Wir sorgen für einander und wir sind in der Lage, uns selber zu helfen.

Eine Brevetierungsfeier ist ein wichtiger Anlass in diesem Zusammenhang: die Brevetierung ist auch eine Art Erneuerung und Bestätigung des Schutzauftrags der Feuerwehr. Im Namen der Bevölkerung der ganzen Region möchte ich Ihnen allen ganz herzlich danken für Ihren Einsatz, den Sie bereit sind zum Schutz der Bevölkerung unserer Region zu leisten – wir verlassen uns auf Sie!

Liestal, 18.11.2017,
Regula Nebiker,
Stadträtin Liestal, Vorsteherin Bereich Sicherheit/Soziales

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