Begrüssung 41. Mitgliedersammlung des BVHL, 12. März 2016

Auf Titelseite Website des Berufsverbands Haushaltleiterinnen Schweiz, 12.03.2016
Website des BVHL (Berufsverbands Haushaltleiterinnen Schweiz)

Begrüssung des Berufsverbands Haushaltleiterinnen Schweiz im Restaurant Stadtmühle, Liestal

Liebe Damen, im Namen des Stadtrats von Liestal begrüsse ich sie sehr herzlich in unserer Stadt.

Ich habe mich spontan gemeldet, diese Begrüssung zu machen, weil ich mich sehr angesprochen fühlte von Ihrer Anfrage. Da steckt doch einiges an politischer Sprengkraft drin – und das interessiert mich! Ich habe mich darum auf Ihrer Homepage schlau gemacht.

  • Ja, es stimmt: der Stellenwert der Hauswirtschaft in unserer Gesellschaft wird unterschätzt - und zwar auf allen Ebenen!

Hauswirtschaft bedeutet ja vor allem: mit dem Vorhandenen wirtschaften, und dies mit einem Blick fürs Ganze. Es geht um die Summe vieler kleiner und grosser Tätigkeiten, die regelmässig nötig sind, dass sich eine Familie, ein Betrieb oder auch eine Gemeinschaft optimal entfalten kann. In Wahrheit sind Sie Ermöglicherinnen. Eigentlich sind Sie ja nichts anderes als (bescheidene) Ökonominnen (griechisch: oikos, oikia für Haus, Haushalt).

  • Mir gefällt Ihr Verbandsziel: Bewusstmachen des kulturellen Wertes von Haus- und Familienarbeit.

Ich sehe die Arbeit in der Stadtregierung ganz ähnlich. Auch wir müssen vor allem „ermöglichen“. Unsere Aufgabe ist es, mit den vorhandenen Mitteln zu wirtschaften und dabei das Ganze im Auge zu behalten. Als Leiterin des Departements Betriebe wird das vielleicht besonders sichtbar. Die Betriebe sind zuständig für die Strassenreinigung, die Grünflächen, den Abfall und das Wasser - klassische Haushaltsarbeiten einer Gemeinde eben.

Liestal macht im Moment eine Umbruchs- und Wachstumsfase durch. Und so etwas kann - wie sie sicher aus eigener Erfahrung wissen - ganz schön anspruchsvoll sein. Nur ein paar Beispiele:

  • Arbeitsplätze (Verwaltung, Schulen, ÖV-Verbindungen). Jeden Tag kommen mehr Leute nach Liestal als hier wohnen. Da läuft was!
  • Bau (Bahnhof, Wohnungen). Grossbaustellen können ganz schön anstrengend sein für alle!
  • Bevölkerungswachstum: viele Familien und Ältere Menschen, die den Lebenskomfort in der Kleinstadt schätzen. Es kommen aber auch viele Menschen, die es nicht so einfach haben. Sie alle haben neue Erwartungen an die Gemeinde (Pflege, Sozialkosten, Schulen etc.). Liestal hat einen hohen Steuersatz!

Wir in Liestal sind stolz auf unser mittelalterliches Stadtbild und auf unsere Traditionen. Diese müssen gelebt und gepflegt werden. In Liestal funktioniert das Zusammenleben - wir haben ein sehr reichhaltiges Kultur- und Sportangebot, man kennt sich und trifft sich.

Sehr wertvoll ist auch unsere gute politische Kultur - was nicht selbstverständlich ist. All das macht Liestal lebenswert und interessant. Es ist eine Freude, hier mitzugestalten! Sie werden auf der Stadtführung Gelegenheit haben, mehr zu erfahren.

Liebe Ökonominnen: es freut mich, dass sie sich in Liestal treffen. Machen Sie weiter! Als politische Frau möchte ich Ihnen mitgeben: beteiligen Sie sich in der Politik. Sie können etwas, was unsere Gesellschaft dringend nötig hat!

Ich wünsche Ihnen eine gute Versammlung und einen schönen Aufenthalt hier in Liestal.

Liestal, 12.03.2016,
Regula Nebiker,
Stadträtin Liestal

Resonanz in ObZ (Oberbaselbieter Zeitung), 24. März 2014

Zurück